Ab August 2014: Photovoltaikstrom kostet bis zu 6,24 Cent

Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz führt eine stufenweisige Abgabe für den Solarstrom-Eigenverbrauch ein, mit dem Ziel ab 2017 40% der EEG-Umlage von Photovoltaikanlagen-Besitzern zu entrichten. Dieser Wert entspricht derzeit rund 2,5 Cent je Kilowattstunde (kWh).

EEG-Umlage auf Eigenverbrauch von Solarstrom

Zum 1. August 2014 hat die Große Koalition im Grundsatz den Solarstromeigenverbrauch durch selbst erzeugten Strom durch eine Photovoltaik-Anlage mit 40 Prozent der EEG-Umlage belastet. Diese Einführung soll stufenweise eingesetzt werden: Bis Ende 2015 werden 30 Prozent, bis Ende 2016 35 Prozent fällig, ab 2017 gelten die vollen 40 Prozent, auch für Anlagen, die zwischen 2014 und 2017 errichtet wurden.

Mieter, die ihren Solarstrom vom Dach des Vermieters beziehen, sollen sogar 100 Prozent der EEG-Umlage zahlen (derzeit 6,24 Cent je kWh). Betreiber von Photovoltaik-Kleinstanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kWp und das klassische Eigenheim-Segment bleiben jedoch von der Umlage befreit, es sei denn ihre Photovoltaik-Module erzeugen insgesamt mehr als 10 Megawattstunden Strom im Jahr. Solarstromanlagen in Einfamilienhäusern fallen in aller Regel unter diese Bagatellgrenze.

In seiner bisherigen Verfassung hatte der Bundesrat dafür votiert, solaren Eigenbedarf statt mit 40 Prozent mit lediglich 15 Prozent der EEG-Umlage zu belasten und Photovoltaik-Betreiber unterhalb von 30 kWp bzw. 30 Megawattstunden gänzlich von der Sonnensteuer zu befreien.

Förderung für Photovoltaikanlagen sinkt langsamer

Die Förderhöhe für neue Photovoltaikanlagen wird entsprechend der prognostizierten Marktgröße zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme für jeweils 20 Jahre fixiert. Je nach Marktentwicklung nimmt sie in den Folgemonaten ab oder zu.

Wächst die Nachfrage nach Photovoltaikanlagenschneller als politisch erwünscht, sinkt die Förderung für Neuanlagen ebenfalls schneller. Schrumpft der Markt, sinkt die Förderung langsamer, um den Photovoltaik-Markt in der Folge durch eine Verbesserung der Rentabilität wieder zu beleben. Dabei geht es für Unternehmen und Installateure darum, innovativ mit neuen Geschäftsmodellen auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren. Rückblickend auf die letzten Jahre lässt sich eine Stabilisierung der Nachfrage erkennen.

Solarstromförderung wird für größere Photovoltaik-Neueanlagen von Marktprämie abgelöst

Eine der wesentlichen Neuheiten der EEG-Reform 2014 ist die Einführung einer verpflichtenden Direktvermarktung. Für Strom aus gewerblichen Solarstromanlagen mit mindestens 500 Kilowatt installierter Leistung (kWp) wird ab 2016 bereits ab 100 kWp keine Einspeisevergütung mehr gezahlt. Sofern die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen in dieser Größenordnung den Strom nicht selbst verkaufen oder selbst verbrauchen, müssen sie sich einen Direktvermarkter suchen.

Um die Differenz zwischen dem an der Strombörse erzielten Verkaufspreis und der bisher gewährten Einspeisevergütung auszugleichen, erhalten sie eine so genannte Marktprämie. Zur Kompensation des Mehraufwands, den die Direktvermarktung verursacht, werden auf die Marktprämie jeweils 0,4 Cent pro Kilowattstunde aufgeschlagen. Kleinere Solarstromanlagen erhalten auch zukünftig eine für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung.

Bei der lokalen Direktversorgung Dritter mit Ökostrom muss seit dem 1.August 2014 die volle EEG-Umlage gezahlt werden. Das gilt selbst dann, wenn das Öffentliche Netz nicht für die Stromdurchleitung genutzt wird. Das erschwert die regionale Versorgung von Mietern mit Ökostrom. BSW-Solar sagt jedoch aus, dass Solarstrom nicht unangemessen mit Abgaben und Gebühren belastet werden sollte. Außerdem ist es nicht einzusehen, dass Mieter schlechter gestellt werden als Eigenheimbesitzer, wenn sie Solarstrom vom eigenen Dach beziehen.

Keine Änderungen zum Eigenverbrauch von Sonnenheizungen

Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung fallen nicht unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Sie sind von den aufgeführten Änderungen nicht betroffen und müssen auch zukünftig keine Ökostrom-Umlage entrichten.

Die rund 1,4 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland, die bereits vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden, fallen unter den Bestandsschutz. Auf ihre Betreiber kommen keine Änderungen zu.

Haben die Betreiber vor diesem Stichtag bereits Teile ihres Solarstroms selbst verwendet, bleibt der Eigenverbrauch auch künftig von der EEG-Umlage befreit. Das gilt auch bei Modernisierungen und Ersatzinvestitionen, solange die Leistung der Anlage nicht über 30% erhöht wird.

Marktrückgang durch neue EEG- Umlage 2014

Die vom Bundestag im Rahmen der EEG-Reform beschlossene Änderung wird den Ausbau der Solarenergie im Stromsektor weiter drosseln ohne die Kosten der Energiewende spürbar zu senken. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) befürchtet einen weiteren Marktrückgang.

2014-08-18, Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) vom 27. Juni 2014, 11. Juli 2014, 1. August 2014, 12. August 2014